Zum Knipsen braucht man nur eine Kamera.

Zum Fotografieren braucht man eine Kamera und ein Stativ.

Man knipst, weil man Momente zur Erinnerung festhalten will.

Man fotografiert, weil man das Medium liebt,
das Kunst, Wahrheit und Dokumentation
sein kann.
Auf St. Bartholomä am fotogenen Königssee
machte ich einen kleinen Test:

Von 1.000 Besuchern hatten rund 400 eine
Kamera bei sich.

Einer davon hatte ein Stativ.

Fritz Pölking (www.poelking.com)



Der war ich.


Heiko Standfuss



Ab und zu passiert es mir noch, dass ich den einen oder anderen verstohlenen-mitleidigen Blick ernte, wenn ich voll bepackt zu einer Bergtour in den bayerischen Alpen aufbreche und lieber auf eine vernünftige Brotzeit verzichte und folglich hungere, als irgend ein Teil meiner Fotoausrüstung im Tal zu lassen.

Oder wenn ich mich in Utah durch einen schmalen Canyon quäle und die engsten Abschnitte dreimal überwinden muss, nur weil das Equipment mal wieder zu sperrig ausgefallen ist.

Das nehme ich jedoch gern in Kauf, denn was zählt ist das Ergebnis. Und nur das Ergebnis.

Dieser Aufwand dient einzig und allein meinem Anspruch auf Authentizität.

Wenn das Licht nicht optimal ist, heißt es warten oder noch mal wiederkommen. Eine „Photoshopsonne“ wird man in meinen Portfolios wohl niemals finden. Die Betrachter meiner Fotografien sollen wissen: was sie sehen ist ein Produkt von Mutter Natur, ist ein belichtetes Stück Film, genauso wie ich es aus meiner Kamera genommen habe, zur Entwicklung gegeben und als letzten Schritt zum fertigen Bild in ein Diarähmchen gesteckt habe.

Mag es auch mittlerweile verbreitet sein, mit diversen Bildbearbeitungsprogrammen ganze Fantasielandschaften zu erschaffen- meine Art ein Bild zu gestalten ist dies nicht. Ich sehe mich vielmehr als Fotograf- weniger als Computerbediener. Und ich bin durchaus ein bisschen stolz darauf, dass mir hin und wieder eine stimmungsvolle Aufnahme mit nur einem Klick gelingt- ohne dass diese anschließend mit zahllosen Doppelklicks aufgepeppt werden muss.

Das ich damit mehr und mehr einer aussterbenden Spezies angehöre ist mir vollauf bewusst und ich nehme das gern in Kauf. Natürlich sind meine Bilder in gewisser Hinsicht auch manipuliert. Durch den Bildausschnitt bestimme ich was der Betrachter im Nachhinein sehen soll und was ihm verborgen bleibt, durch die Wahl des Filmmaterials lässt sich die Farbgebung der gesamten Aufnahme positiv beeinflussen und mittels wechselnder Brennweite ist es mir ein Leichts die Perspektive zu verzerren. Teleobjektive verdichten die Entfernung, Weitwinkel schaffen Räumlichkeit- ein Gestaltungsmittel, das ich ausgiebig nutze.
Ein nicht zu unterschätzender Faktor, der bei der Landschaftsfotografie über Erfolg und Misserfolg entscheidet, ist der glückliche Zufall. Ohne diese glücklichen Zufälle wäre so manches Bild meiner Portfolios wohl niemals zu Stande gekommen.